Typus Orbis Terrarum, Americae sive Novi Orbis, Nova Descriptio, Africae Tabula Nova,...

Abraham Ortelius (*1527 - 1598)
Altkoloriere Welt- und Kontinentkarten von Abraham Ortelius. Gedruckt 1573-84 in Antwerpen.

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Artikel-Nr. 12683

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Beschreibung

Weltkarte und 4 Erdteilkarten aus dem ersten modernen Atlas.

Frühes Exemplar der wohl bekanntesten jemals gedruckte Weltkarte zusammen mit einem Satz von 4 Erdteilkarten aus dem ersten neuzeitlichen Atlas Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius. Als erste Weltkarte im ersten modernen Atlas ist die Weltkarte von grundlegender Bedeutung für die Geschichte der Kartographie. Altkolorierte Exemplare, jeweils in frühen Abzügen von der ersten Druckplatte.

R. Shirley über den Ortelius-Atlas in The Mapping of the World:

For the first time, in 1570, all the elements of the modern atlas were brought to publication in Abraham Ortelius' Theatrum Orbis Terrarum. This substantial undertaking assembled fifty-three of the best available maps of the world by the most renowned and up-to-date geographers.
Unlike earlier compositions such as the Italian composite or 'Lafreri' atlases, each of Ortelius' maps was engraved specifically for his atlas according to uniform format. Through its launching, pre-eminence in map publishing was transferred from Italy to the Netherlands leading to over hundred years of Dutch supremancy in all facets of cartographical production.

Welt: Typus Orbis Terrarum

Die schöne Weltkarte in Oval ist umgeben von Wolken, oben der Titel in einer Rollwerkkartusche, unten ein passendes Cicero-Zitat: Was mag schon demjenigen bei menschlichen Dingen groß scheinen, dem die ganze Ewigkeit und die Größe der ganzen Welt bekannt sei? Ausgeschmückt mit einer Galeone und zwei Meeresungeheuern. Noch von der ersten von insgesamt 3 Druckplatten die Ortelius für seinen Atlas verwendet hat. Aus der lateinischen Ausgabe des Theatrum Orbis Terrarum von 1584.

Geographisch basiert die Karte im Wesentlichen auf der großen Weltkarte von Mercator, die ein Jahr zuvor 1569 erschien und nur noch in drei Exemplaren erhalten ist. Auch die 1561 entstandene Karte der Welt von Giacomo Gastaldi und die Seekarte des Atlantiks von Diego Gutierrez wurden von Ortelius genutzt. Markant ist die große Ausbuchtung der Westküste Südamerikas, die in der späteren Variante ab 1589 nicht mehr vorhanden ist. Die Kartographie von Nordamerika ist abgesehen von den kolonialen Zentren in der Karibik und Zentralmexiko weitgehend spekulativ. Die Atlantikküste reicht viel zu weit nach Osten, die Entdeckungen von Giovanni de Verrazzano und Jacques Cartier, wie der Sankt-Lorenz-Strom sind schon dargestellt. Die Chesapeake Bay ist noch unentdeckt, der Mississippi ist trotz seiner Entdeckung 1540 noch nicht eingezeichnet, auch die Großen Seen fehlen. Die Entdeckungen des spanischen Konquistadors Francisco Vásquez de Coronado von 1540-42 im Westen der USA, wie die Mündung des Colorado River, sind dargestellt. Quivira im äußersten Nordwesten bezieht sich auf das sagenhafte Goldland Quivira, das Coronado 1541 im Westen der USA bis nach Kansas suchte.

Die Südspitze Südamerikas wird durch die 1520 entdeckte Magellanstraße von Feuerland getrennt, das noch Teil des riesigen fiktiven Südkontinents Terra Australis Nondum Cognita ist. Schon in der Antike wurde ein hypothetische Südkontinent vermutet. Man glaubte, dass alle Meere von Land umgeben seien, wie das Mittelmeer. Erst Francis Drake erkannte mit seiner Weltumsegelung 1577–80, dass die Magellanstraße kein Kanal zwischen zwei Kontinenten ist und sich südlich von Kap Horn lediglich die offene See befand.

Im Atlantik sind etliche mythische Inseln eingezeichnet, die meist auf fragwürdige Berichte wenig bekannter Seefahrer zurückgehen: Brasil, Frisland, Verde, S. Bradain und Drogeo. Legendär ist die mittig im Atlantik gelegene Phantominsel Sept Citiz, bekannter unter dem Namen Antilia, die angeblich von einer christlichen Gemeinschaft besiedelt wurde, die im 8. Jahrhundert vor den Mauren flüchtend, die iberische Halbinsel mit Schiffen verließ. Auch die im Nordosten von Südamerika mit Y. de S. Bo. bezeichnete Sankt-Brendan-Insel galt zur Zeit der Entstehung dieser Karte unter Gelehrten als Tatsache. Sie wurde nach dem irischen Mönch Sankt Brendan benannt, der angeblich im 6. Jahrhundert eine legendäre Seereise unternahm und dabei diese Inseln entdeckte.

Japan ist wie auch bei Mercator fälschlicherweise als große runde Insel ausgeführt, Korea ist nicht vorhanden. Die südostasiatischen Inseln sind für die Zeit schon gut dargestellt. Die legendären Namen Lucach, Beach (Land des Goldes) und Maletur (Königreich der Malaien) im großen Südkontinent Terrae Australis gehen noch auf Marco Polo zurück.

Amerika: Americae sive Novi Orbis, Nova Descriptio

Eine der schönsten und wichtigsten Karten von Amerika aus dem 16. Jahrhundert. Sie erschien im Theatrum Orbis Terrarum in insgesamt drei Fassungen. Das vorliegende Exemplar wurde noch von der ersten Platte für die lateinische Ausgabe von 1573/74 gedruckt. Ausgeschmückt mit vier Galeonen und einem Meeresungeheuer. Unten rechts eine beeindruckende Titelkartusche, gefasst in schönem Zierrahmen.

P. Burden zur Ortelius Amerikakarte in The Mapping of North America:

One of the most famous and easily recognised maps of America, and one that is both functional as well as decorative... Ortelius depicts the discoveries of a number of people on this map, but the general shape of the continent is derived from Gerard Mercator's great twenty-one sheet world map of the previous year. The two of them had a close relationship and shared their knowledge openly with each other. It is recorded that they travelled together through France in 1560. One of the main noticeable features of the map is the bulbous Chilean coastline; this was not corrected until his third plate. A strategically placed cartouche hides a complete lack of knowledge of the southern waters of the Pacific. Once through the Strait of Magellan the voyager's sea route took him on an almost direct course for the East Indies. No sight had been made of a large continent but conventional wisdom had it that there had to be as much land in the southern hemisphere as in the northern. This was not fully dispelled until the second voyage of the remarkable Captain James Cook in 1772-75. The west coast of North America is shown too far west, as was common at the time. There is no new nomenclature shown.

Afrika: Africae Tabula Nova

Äußerst dekorative Afrikakarte von Ortelius. Sie basiert größtenteils auf der großen Afrika-Wandkarte von Gastaldi (1505-1566) aus dem Jahr 1561, Ortelius verwendete jedoch auch für diese Karte Informationen der Mercator Weltkarte von 1569. Mit einer schönen Titelkartusche, einer dramatischen Seeschlacht und drei Seeungeheuer. Aus der lateinischen Ausgabe des Theatrum Orbis Terrarum von 1573/74.

Asien: Asiae Nova Descriptio

Die seltene Erstausgabe der Asienkarte von Ortelius. Zeigt Gesamtasien vom Mittelmeer bis zum Pazifik. Mit der Arabischen Halbinsel, Indien, Thailand, China, Japan, Korea als Insel, Java, Borneo, Molukken (Gewürzinseln), Neuguinea und den Philippinen. Ausgeschmückt mit einer schönen Titelkartusche und zwei Segelschiffen. Aus der lateinischen Ausgabe des Theatrum Orbis Terrarum von 1573/74.

Europa: Europae

Die Europakarte des Ortelius zeigt den europäischen Kontinent bis zum Kaspischen Meer. Ausgeschmückt mit einem Segelschiff, Kompassrose und Zelten in Russland. Die Titelkartusche mit der phönizische Königstochter Europa auf Zeus in Form eines Stiers sitzend. Aus der lateinischen Ausgabe des Theatrum Orbis Terrarum von 1573/74.

Details

KartographAbraham Ortelius
TitelTypus Orbis Terrarum, Americae sive Novi Orbis, Nova Descriptio, Africae Tabula Nova, Asiae Nova Descriptio, Europae.
Verlag, JahrGielis Coppens van Diest, Christoffel Plantin, Antwerpen, 1573-1584
Bildgröße33.6 x 49.4 cm
Blattgröße43.3 x 55.4 cm
ReferenzShirley, R. W.: The Mapping of the World, No. 122; Van den Broecke, M.: Ortelius Atlas Maps, No. 1, 4, 6, 8, 9; Van der Krogt, P.: Koeman's Atlantes Neerlandici, 0001:31A, 1000:31A, 8000:31A, 8600:31, 9000:31A; Burden, P. D.: The Mapping of North America No. 39 state 2; Betz, R. & P., The Mapping of Africa, No. 12.

Erhaltung

Die Bugfalten meist unten im Rand hinterlegt, teilweise leicht gebräunt und vornehmlich in den Rändern etwas fleckig, Europa im den Ränder etwas stärker gebräunt und fleckig, Amerika und Europa mit kleinem Einriss im unteren weißen Rand hinterlegt, die Erdteilkarten mit jeweils kleiner Wurmspur in den seitlichen Rändern. Insgesamt wohlerhaltenes Kartenset mit schönem Kolorit.

Kartograph

Abraham Ortelius wurde 1527 in Antwerpen geboren. Er studierte Mathematik, Griechisch und Latein und bereiste Europa. Er handelte mit Büchern und zeichnete nebenbei auch Landkarten. Seine erste erwähnenswerte Karte war eine Weltkarte auf 8 Blättern im Jahre 1564, wovon nur noch drei Exemplare existieren. 1570 publizierte er mit dem Theatrum Orbis Terrarum den ersten modernen Atlas mit Karten von gleicher Größe, auch wenn das Wort Atlas erst 20 Jahre später bei Mercator Verwendung findet. Die meisten Karten im Theatrum wurden von Frans Hogenberg gestochen und ergaben zu seiner Zeit das teuerste jemals gedruckte Buch. Trotzdem war das Unternehmen ein großer Erfolg: Bis 1612 wurden insgesamt mehr als 7000 Exemplar in sechs Sprachen und unzähligen Auflagen gedruckt. Neben dem Theatrum überarbeitete Ortelius historische Landkarten die ab 1579 dem Theatrum beigebunden oder separat publiziert wurden.

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Altkoloriere Welt- und Kontinentkarten von Abraham Ortelius. Gedruckt 1573-84 in Antwerpen.

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