Kolorierte Holzschnitt-Ansicht von Jerusalem. Gedruckt bei Anton Koberger im Jahre 1493 in Nürnberg.

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Artikel-Nr. 11212

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Beschreibung

Dekorativ koloriertes Inkunabel-Doppelblatt in Folio-Format mit der großen Holzschnittansicht von der Zerstörung Jerusalems aus der lateinischen Ausgabe von Hartmann Schedels berühmter Nürnberger Weltchronik, gedruckt 1493, dem Jahr als Kolumbus nach Europa zurückkehrte nachdem er Amerika entdeckt hatte. Blattnummer LXXXVII.

Kreuer schreibt zu dieser Ansicht:

Der Holzschnitt hat Beziehungen zur Darstellung der Stadt Jerusalem in der Palästinakarte E. Reuwichs im Buche von B. von Breydenbachs vom Jahre 1486, Peregrinatio in Terram Sanctam. Vor allem aber sind ganze Teile und Strukturen der detaillierten Jerusalemansicht des Epitaphs der Adelheid Tucher, Nürnberg entnommen. Er wurde 1483 vom sogen. Meister des Hersbrucker Hochaltars zur Aufstellung in der Bamberger Sankt Jakobskirche geschaffen. (Vergl. Hausherr, R., 1987/88, S. 63 f.). Die topographischen Bezeichnungen wurden mit Veränderungen von Schedel offenbar unter Heranziehung der Reuwich-Wiedergabe vorgenommen. Eine weitere Quelle für die Darstellung und Beschriftung dürfte das Werk des Josephus Flavius, Der Jüdische Krieg, vor allem Band V. und VI. sein. Schedel weist ausdrücklich darauf hin: 'so du das alles wissen willst, lies Josephum' (fol. 63 v.). Ebenso weist Schedel auf Hieronymus hin. Vor dem Hintergrund dieser Quellen ist die Authentizität der Stadtansicht unzweifelhaft.

Der hier angebotene Holzschnitt ist eine der ältesten authentischen Ansichten von Jerusalem und realistischerweise die einzige große Ansicht des 15. Jahrhunderts, welche für Sammler verfügbar ist.

Die Formschneider der Illustrationen der Schedelschen Weltchronik waren Michael Wolgemut und sein Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurff. Albrecht Dürer war zwischen 1486 und 1490 in Wohlgemuts Werkstatt zur Lehre, womit der damals noch junge Dürer höchstwahrscheinlich an den Holzschneidearbeiten beteiligt war, da einige seiner Illustrationen zur Apocalypse eine bemerkenswerte Ähnlichkeit aufweisen.

Details

KartographHartmann Schedel
TitelDestruccio Iherosolime
Verlag, JahrAnton Koberger, Nürnberg, 1493
Bildgröße25.3 x 53.4 cm
Blattgröße41.0 x 59.0 cm
ReferenzKreuer, W., Imago Civitatis, pp. 72-76

Erhaltung

Wurmspuren im unteren Bereich links und rechts der Mittelfalte hinterlegt, Bugfalte mit den üblichen Bindungslöchlein hinterlegt. Späteres Handkolorit, Rückseite unkoloriert.

Kartograph

Hartmann Schedel wurde 1440 in Nürnberg geboren. Er studierte neben Medizin auch Rechts- und Humanwissenschaften in Leipzig und Padua. Weder sein Beruf noch seine soziale Stellung machten ihn berühmt, sondern seine sogenannte Schedel'sche Weltchronik. Die Inkunabel wurde 1493 erst in Latein dann im selben Jahr in Deutsch bei Michael Wolgemut in Nürnberg gedruckt. Die mehr als 1800 Illustrationen zeigen Portraits und Stadtansichten sowie zwei Landkarten. An den Holzstöcken hat vermutlich auch Albrecht Dürer mitgewirkt, da Dürer bis 1490 seine Lehre bei Wolgemut absolvierte. Im Jahre 1497 druckte Johann Schönsperger in Augsburg eine gekürzte und verkleinerte Version des Nürnberger Druckes. Schedel starb 1514 in Nürnberg.

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Hartmann Schedel: Destruccio Iherosolime.
Kolorierte Holzschnitt-Ansicht von Jerusalem. Gedruckt bei Anton Koberger im Jahre 1493 in Nürnberg.

Heiliges Land - Schedel, Hartmann - Destruccio Iherosolime

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